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INSPIRATION | Farbe unter der Haut – Tattoos

Wenn das surrende Geräusch der Tattoonadel mit ausreichend Farbe unter die Haut geht, ist die Vorfreude auf das Endergebnis riesengroß. Bei jeder Tattoositzung freue ich mich auf ein neues Meisterwerk, wenngleich die Schmerzen, gerade bei großflächigen Tätowierungen auch nicht ohne sind. Erst recht, wenn es bunt wird. Dennoch, ich liebe den Entstehungsprozess, die kreative Umsetzung sowie das ganze Kunstwerk, wenn es am Ende fertig ist.

Heute beantworte ich alle eure Fragen zu meinem Sleeve, der gleichzeitig ein Cover-Up ist, erzähle euch ein bisschen etwas über die Entstehungsgeschichte, meine ersten Tattooerfahrungen, ob ich ein Motiv bereue und was ich als nächstes geplant habe.

Damals wie heute, mochte ich alles das, was einem Menschen Individualität verleiht. Ich schwimme nicht gerne mit der breiten Masse, nein, mich zieht es immer ein bisschen gegen den Strom und so habe ich in meiner Jugend wirklich viele verschiedene Stile ausprobiert, von Buffalos mit Glockenhosen und Tanzen im Club bis die Sonne morgens aufgeht, zu Ska-Punk und Baggyhosen bis Anime-Fan und J-Rock-Fan mit bunten Kontaktlinsen, die sämtliche Blicke auf sich gezogen haben. Ja, ich bin früher gerne aufgefallen und habe ewig lange gebraucht um mich anschließend mit Mitte Zwanzig zu finden.

Heute, als Mama von zwei kleinen Jungs, gehe ich das Thema “Individualität” etwas ruhiger an, habe meinen Stil gefunden, was das optische (und gar oberflächliche) Erscheinungsbild, also zum Beispiel Kleidungsstil, Make-Up und Haare, betrifft. Dennoch, Tätowierungen gegenüber habe ich nicht locker gelassen und nachdem ich mehr als fünf Jahre gewartet habe, konnte ich mir im Frühling endlich einen lang gehegten Wunsch erfüllen: Ein neues Tattoo oder auch einen kompletten Sleeve, den ich unbedingt bei Ralph, einem super sympathischen Tätowierer aus meiner Heimatstadt (The Mess Tatoo), der mir übrigens 2013, ganz am Anfang seiner Karriere, ein kleines Tattoo am Handgelenk gestochen hatte, umsetzen wollte. Bevor wir uns diesem Projekt widmen, fange ich aber erst einmal ganz von vorne an…

 

Alles begann mit einem Arschgeweih

Was war dein erstes Tattoo und hat es eine spezielle Bedeutung für dich? 

Ich war blutjunge sechzehn Jahre alt, als ich den Entschluss gefasst hatte mich tätowieren zu lassen. Im Nachhinein keine besonders kluge Idee, aber auch nicht die dümmste, die ich jemals hatte. Nachdem ich bereits ein Jahr zuvor also mit fünfzehn meinen Bauchnabel hatte piercen lassen und mir kurz darauf ein Tragus-Piercing (am Ohr) machen hab lassen, hatte ich Blut geleckt. Ich wollte ein Tattoo und bekam dafür, so wie bei jedem dieser Körpermodifikationsprojekte, die Unterschrift und Unterstützung meiner Eltern. Zuvor musste ich ihnen immer sagen, welches Motiv ich mir stechen ließ, bei welchem Tätowierer und wie viel es kostete. Da ich damals bereits eine Ausbildung gemacht habe und mein eigenes Geld verdiente, musste ich auch selbst für die Kosten aufkommen. Und weil mein Papa selbst ein Tattoo, einen Skorpion, auf seiner Schulter trägt, fiel es ihm schwer, mir mit Gegenargumenten zu kommen.

Wenige Wochen später saß ich also zum ersten Mal auf einem dieser Lederstuhl, die man in Tattoostudios immer sieht, mit dem Rücken zum Tätowierer, beide Hände und alle zehn Finger in den Sessel gedrückt, den Kiefer zusammengepresst und bekam mein erstes Tattoo: Ein von mir, also selbst gezeichnetes, Tribal am unteren Rücken oder auch Arschgeweih genannt. Ob es weh tat? Oh ja! Ob ich mir in diesem Moment gewünscht hätte, es nicht zu tun? Zum Teil. Ob ich das Tattoo heute bereue? Nein!

Heutzutage mag ein Arschgeweih vielleicht einen schlechten Ruf haben, aber damals, also im Jahr 2001, gab es eine Handvoll Tattoomotive, die sich junge Mädels stechen ließen, nämlich Tribals an Schulter oder Schulterblatt, an der Hüfte, dem Rücken oder den Waden, ebenso wie asiatische Schriftzeichen. Wenn ich mir jetzt, 18 Jahre später ansehe, was Tattookünstler auf bzw. unter die Haut bringen, dann kann ich nur staunen und freue mich über diese Weiterentwicklung, sowohl bei der großen Auswahl an Motiven, als auch der Tattookunst an sich. Ich konnte nicht wissen, dass mein Tribal am Steiß heute den Ruf als geschmacklose Jugendsünde haben würde und stehe zu meinem ersten Tattoo, weil es mein erstes war und ich es selbst gezeichnet habe. Es wird für mich immer eine schöne und besondere Erinnerung haben, mich daran erinnern, wie das Leben mit 16 Jahren war und mich für alle Zeit in diesen Moment zurückversetzen. Und ganz ehrlich, da ich diese Stelle sowieso nie oder nur selten sehe, stört es mich auch nicht.

Erst eins, dann zwei, dann drei… – meine Tattoos und deren Bedeutung

Wie viele Tattoos hast du? Bereust du eines davon?

Die Tattooszene ist heute viel besser als damals und wenngleich es natürlich immer noch ein paar sehr dubiose Tätowierer gibt, die ihren Kunden leider viel zu schlechte Tattoos, zu einem viel zu teuren Preis verkaufen, so hat sich in den letzten Jahren doch einiges getan. Auf mein Tribal am Steiß folgte ein weiteres kleines Tribal-Tattoo seitlich am linken Unterbauch, das beeinträchtigt durch meine beiden Schwangerschaften und den wachsenden Babybauch heute natürlich nicht mehr so gut aussieht wie mit 17 Jahren. Das Risiko, eines “kaputten” Tattoos, das mit Dehnungsstreifen versehen ist, war mir damals aber schon bewusst. Meine Gedanken dazu waren recht einfach gestrickt: Ob ich nun Risse am Bauch hatte, die keine Farbe haben oder aber Risse in einem Tattoo, ändert die Tatsache ja nicht, dass mein Bauch Dehnungsstreifen hat und so sehe ich das auch heute noch. Weil das Tattoo sehr klein ist, fällt es mir manchmal gar nicht auf und ich – das klingt jetzt irgendwie komisch – sehe es gar nicht mehr so richtig. Hinzu kommt, dass ich, im Schwimmbad oder am Strand, sowieso hochgeschlossene Bikini-Höschen oder einen Badeanzug trage und es dadurch für alle anderen verdeckt ist.

Nach dem Tattoo am Bauch legte ich eine längere Pause ein und ließ mir erst wieder mit 22 Jahren einen kleinen Totenkopf im Comicstil sowie ein paar Sterne an der Wade, seitlich beim Knöchel und auf den Fußrücken tätowieren. Dieses Tattoo war ein Geschenk von meinen Freundinnen zum Geburtstag und auch wenn es mittlerweile schon längst eine Auffrischung benötigen würde, so mag ich es, so wie es heute ist. Meine Liebe zu Sternen ging aber noch weiter, denn nach dem Bein folgten Sterne hinter dem Ohr, zuerst nur drei, die gemeinsam mit einem großen Frauenkopf und einem Schriftzug, sowie viele weitere Sterne auf meinem rechten Oberarm und inneren Unterarm tätowiert wurden. Das Tattoo hatte damals eigentlich keine große Bedeutung für mich, indirekt aber schon. Wie bereits erwähnt, hatte ich damals einige Schwierigkeiten mich zu finden und habe mich, angesteckt von meiner Leidenschaft für J-Rock-Musik, für ein Frauengesicht, im Rockabilly-Stil mit roten, sinnlichen Lippen, die als Merchandise für eine japanische Rockband herhielt, entschieden. Der Schriftzug “Black Moral” der darunter prangte, gehörte ebenfalls zu dieser Band und symbolisierte für mich dieses “gegen den Strom schwimmen” und “nicht so sein wie alle anderen”.

Nicht mal zwei Monate später, also mit 23 Jahren und nachdem ich meinen Mann kennengelernt hatte, folgten weitere Sterne, die hinter dem Ohr erweitert wurden, über den Rücken und die Wirbelsäule gehen, sowie ein, und das ist für mich ein Tattoo mit großer Bedeutung, Familientattoo. An der Herzseite, also links, befinden sich drei kleine Sternzeichen, nämlich das von meiner Mama, meinem Papa und mir.

Mein vorletztes Tattoo, also jenes, das ich vor fünf Jahren von meinem jetzigen Tätowierer Ralph stehen habe lassen, entstand während meiner Studienzeit. Da ich berufsbegleitend, also neben meinen 40-Stunden Job ein Bachelorstudium gemacht habe und gleichzeitig auch noch die Hochzeit von meinem Mann und mir organisiert habe, stand ich zu dieser Zeit sehr unter Druck und Stress. Die Tage und Wochen sind nur so verflogen und ich musste mir wirklich unendlich viel Stärke aneignen, um da mit einem kühlen Kopf durchzukommen. Die meiste Zeit gelang mir vor allem das gelassen bleiben nicht, denn mein damals noch sehr ausgeprägter Perfektionismus stand mir jahrelang im Weg. Während meines letzten Studienjahres fasste ich also mit einer lieben Studienkollegin den Entschluss mich tätowieren zu lassen, um diese prägende Zeit festzuhalten. Für mich war klar, dass dieses Tattoo Sinn haben musste, mich immer an diese Zeit erinnern sollte und mir zeigen sollte, dass ich alles im Leben schaffen kann, wenn ich nur fest daran glaube und es versuche. So entstand das Unendlichkeitszeichen mit dem Schriftzug Strength, für unendliche Stärke, das ich mir am Handgelenk, meine Kollegin am Bauch, tätowieren habe lassen.

Insgesamt habe ich also sieben tätowierte Stellen, aber weit mehr Tattoos, von denen viele einen Lebensabschnitt festgehalten haben. Heute würde ich mir natürlich andere Motive stechen lassen, bereue aber kein einziges dieser Tattoos, da sie damals, wie heute zu mir gehören und ein Teil von mir sind. Sie erzählen eine Geschichte, meine Geschichte, die einerseits nur ich kenne und andererseits auch Menschen, wie meine Familie, meine Freunde oder mein Mann, die mich eine Weile oder immer noch in meinem Leben begleiten. Aufmerksame Leser werden jetzt die Stirn runzeln und sich fragen: Wieso habe ich mich dann für ein Cover-Up am Arm entschieden?

Cover-Up Projekt: Neotraditional Sleeve

Den Entschluss für ein Cover-Up habe ich im September 2017 gefasst und obwohl mir die Sterne am rechten Arm sehr gut gefallen haben, konnte ich mich mit dem restlichen Tattoo nicht mehr anfreunden. Vielleicht lag es auch daran, dass die meisten Leute “Black Mozart” anstatt “Black Moral” gelesen haben, weil das “r” im Schriftzug am Oberarm große Ähnlichkeit mit einem “z” hatte, oder aber daran, dass ich meine rebellische Ader ad acta gelegt hatte. Da ich unbedingt ein großflächiges Tattoo haben wollte, das gesehen wird und das ich auch zeigen kann, war mir recht schnell klar, dass es ein Sleeve werden sollte. Ein Sleeve beschreibt ein großflächiges Tattoo, dass meist von der Schulter bis zum Handgelenk verläuft und dabei sowohl den Oberarm, als auch den Unterarm völlig umschließt. In meinem Bekanntenkreis wurde ich natürlich anfangs schon recht skeptisch belächelt und gefragt, ob so ein großes Tattoo denn nicht zu auffällig wäre.

Da ich mittlerweile über 30 Jahre alt bin und mich beruflich durch meine Selbstständigkeit gefestigt habe, sogar einen Studienabschluss in der Tasche habe und mich schon längst nicht mehr hinter konservativen Oberflächlichkeiten verstecke, plus die Gesellschaft heutzutage doch sehr tätowiert durchs Leben geht, stellt die Sichtbarkeit eines großflächigen Tattoos für mich kein Problem mehr da. Meinen Mann musste ich gar nicht überreden, da ihm Tattoos immer schon gefallen haben und er in jeder Lebenslage hinter mehr steht. Nur beim Motiv, da wollte er dann doch ein bisschen mitreden und das zu finden, war anfangs gar nicht so einfach.

Von wem wurde das Tattoo geplant/ gezeichnet und wie lange musstest du auf den Tattootermin warten?
Kam die Idee von dir oder vom Tätowierer oder von euch beiden?

Wie bereits erwähnt wollte ich mein neues Tattoo unbedingt bei Ralph stechen lassen. Weil dieser aber in den letzten fünf Jahren so einiges dazu gelernt hat und dementsprechend gut ausgebucht ist, musste ich in etwa ein halbes Jahr auf meinen Termin warten. Anfang des Jahres gibt es immer eine Terminwoche, bei der man seine Motividee (bei mir ein Löwe mit Blumen) per Mail einschicken kann. Wenn das Motiv, den Künstler anspricht, dann bekommt man eine Zusage bzw. einen Termin für ein erstes Beratungsgespräch. Ralph fand die Herausforderung eines Cover-Ups zum Glück sehr interessant, weshalb wir Mitte März einen ersten Termin zur Beratung hatten.

Ralph und ich plauderten beim ersten Termin ein bisschen über mich und mein Leben und darüber, wieso ich mich für den Löwen entschieden habe. Der Löwe ist für mich ein sehr starkes und mutiges Tier, dass furchtlos ist, Loyalität, Ehrlichkeit und Selbstbewusstsein. Er ist wie ich, kein Einzelgänger, sondern angewiesen auf ein Leben im Rudel, ein Leben in der Familie, so wie ich in meiner eigenen kleine Familie, die ich beschützen will, für die ich mutig sein möchte, mit all meiner Stärke, die ich aufbringen kann. Für den Löwen als Krafttier habe ich mich entschieden, damit er mich an Tagen, an denen ich nicht weiß wohin, mit all dem, wohn mit mir, meinen Gedanken, Gefühlen und der Verantwortung, lenkt und mir zeigt, dass ich viele Dinge mit mehr Gelassenheit betrachten sollte. Man könnte auch sagen, der Löwe soll mir eine innere Ruhe verleihen und gleichzeitig wusste ich sofort, dass dieser Löwe mehr ist, nämlich auch die Löwenmama in mir, die ihre Jungen beschützt.

Das war dann auch das Stichwort für die weiteren Motive, die sich nach und nach dazu gesellten. Schnell war klar, dass wir ein Löwenbaby auf den Arm integrieren mussten, dass für meine Kinder stehen würde. Weil mein Mann es aber komisch fand, nur ein Kind zu verewigen, teilte ich Ralph kurz darauf mit, dass wir noch ein weiteres Löwenkind hinzufügen mussten. Bei den Blumen habe ich mich schnell für Pfingstrosten entschieden, die etwas abstrakt im neotraditionellen Stil am Ellenbogen, als auch dem unteren Innenarm zu finden sind. Die Perlen wollte ich unbedingt auf dem Arm haben, damit sie noch etwas mehr Weiblichkeit symbolisieren und mit jeder Sitzung nahm der Sleeve immer mehr Form und noch mehr Bedeutung an. Ehe ich mich versah, wurde das Cover-Up zu meinem Familientattoo (mehr dazu weiter unten)

#sabrinasterntalstattoos: 6 Sitzungen und viele Schmerzen später…

Wie schlimm sind die Schmerzen bei so einem Großprojekt? Mit wie viel Zeit muss man für so einen Sleeve rechnen und was machst du während dem Tätowieren?

Inzwischen war ich bereits mehr als sechsmal bei Ralph und habe auch so einige Schmerzen weggesteckt. Daran gewöhnen kann ich mich aber immer noch nicht und es ist auch nicht so, als würde es jetzt nicht mehr so stark weh tun, vielmehr variiert der Schmerz nach Sitzungsdauer und hängt stark von der Stelle ab. Beim ersten Tattootermin am 28. Mai haben wir beispielsweise fünf Stunden tätowiert und auf dem Oberarm großflächig die Outlines für den Löwen, samt der Blume über den Ellenbogen, sowie Elle und Speiche gesetzt. Ich werde mich bestimmt ewig daran erinnern, als Ralph mir den Entwurf für den Löwen gezeigt hat (ich beinahe in Tränen ausgebrochen bin, weil mir die Skizze so wunderbar gefallen hat und er genau meinen Stil getroffen hat) und beim Anhalten an den Arm mit den Worten “Ha, das geht ja voll über den Ellenbogen. Aber passt schon so, wenn schon Sleeve dann richtig” laut lachte. In etwa 30 Minuten später, war mir hingegen nicht mehr zum Lachen, denn als die Tattoonadeln sich in meinen Ellenbogen senkten, hatte ich das Gefühl, als würde mir Ralph mit einem heißen Messer die komplette Haut einfach so vom Fleisch ablösen. Alter Falter, den Ellenbogen zu tätowieren finde ich eigentlich überhaupt nicht cool und dennoch ist er mittlerweile ganz bunt.

Nach jeder Sitzung, ganz gleich, ob sie nur 3 Stunden oder 5 Stunden dauert, bin ich aber immer ganz schön kaputt. Ich habe gelernt mir an diesen Tagen abends viel Ruhe zu gönnen, denn was viele Leute unterschätzten ist, dass großflächige Tattoos echt an die Substanz gehen. Wenn möglich versuche ich vor einem Tattootermin auch ausreichend zu schlafen, trinke am Vortag keinen Alkohol, esse am Tag des Termins ausreichend und trinke auch viel Wasser, damit mir der Kreislauf nicht weg kippt. Beim Tattootermin selbst plaudere ich viel mit Ralph oder ich schaue bei Instagram vorbei bzw. lese ein bisschen auf dem Smartphone.

Bezüglich Schmerzen kann ich noch ergänzen, dass neben dem Ellenbogen auch die Schulter bzw. die Stelle beim Schlüsselbein, wo mittlerweile die Outlines einer Rose sitzen, richtig weh getan haben, ebenso wie das Tätowieren an der Innenarmbeuge, der komplette obere Innenarm, als auch die Sehne am inneren Handgelenk. Ja und wer denkt, dass Outlines weh tun, der hat sich noch nie fünf Stunden lang mit Farbe die Haut schattieren lassen… ;-). Inzwischen haben wir fast schon das Jahresende erreicht und der Sleeve ist noch nicht fertig. Die nächsten beiden (und hoffentlich letzten) Termine habe ich im Januar und dann freue ich mich auf mein fertiges Tattoo und mache ein Jahr Pause, ehe ich mich gerne dem linken, noch völlig nackten Arm, widmen möchte. Ja, tätowieren ist einfach eine Sucht.

Welche Pflege benutzt du?

Die meist gestellte Frage meine Leser, zum Thema Tattoos ist übrigens die Frage nach der Pflege danach. Ich verwende ausschließlich Bepanthen-Salbe, weil ich damit die beste und schnellste Abheilung erziele. Nachdem mein Tätowierer das frische Tattoo mit Folie eingepackt hat, löse ich diese am ersten Tag vor dem Schlafengehen, wasche die Stelle vorsichtig mit lauwarmen Wasser ab (keine Seife), lass alles an der Luft trocknen und schmiere das Tattoo gründlich ein. Das tut in den ersten 2-4 Tagen meist ganz schön weh, auch beim Schlafen, weil ich mich nachts herum rolle. In den ersten Tagen, in denen das Tattoo noch stark schmerzt (schließlich ist es eine “Schürfwunde” bzw. wurde die Haut großflächig aufgeritzt) verwende ich keine Seife und kein Duschgel, sondern nur lauwarmes Wasser beim Duschen und schmiere das Tattoo ein, wann immer es trocken ist. Leider fettet die Bepanthen Heilsalbe stark, aber ich komme damit ansonsten sehr gut zurecht. Es gibt diverse Tattoosalben, die jeder Tätowierte ganz individuell ausprobieren sollte.

Mama-Löwe, Baby-Löwen und Amulett – mein Familientattoo

Wie bist du auf die Idee gekommen deine Kinder und dein Leben in so einem tollen Tattoo zu verewigen? Haben alle Motive am Sleeve eine Bedeutung für dich?

Tatsächlich hat jedes einzelne Motiv auf meinem Sleeve eine sehr tiefe und wichtige Bedeutung für mich, denn der Löwe ist nicht nur mein Krafttier er symbolisiert für mich, wie bereits weiter oben erwähnt auch die Mamarolle. Ich sehe mich als Mama, die ihre Kinder vor jedem Unheil beschützen will und hier auch wirklich Zähne zeigen kann. Eine echte Löwenmama sozusagen. Der Löwe soll mir also nicht nur Mut, Stärke und innere Gelassenheit verleihen, sondern auch meine Loyalität gegenüber meiner Familie zeigen. Meine Kinder sind am Innenarm verewigt, schutzbedürftig vor der Außenwelt verdeckt, die ich mit der etwas bedrohlichen Seite des erwachsenen Löwens abblocke. Maximilian, mein erstgeborener Sohn, der mich zur Mama gemacht hat, ist ganz oben verewigt und als hätte Ralph seinen Charakter erahnt, hat er ihm einen schüchternen und zurückhaltenden Blick verliehen, was richtig gut auf Max passt, denn mein Großer ist sehr sensibel und etwas in sich gekehrt. Aber es gibt auch noch eine weitere Seele, die mich erneut zur Mama gemacht hat, nämlich den kleinen Bruder Alexander, der, absolut passende, ganz frech hinter einer Blume am Unterarm hervorschaut. Alex ist draufgängerisch, himmelt seinen großen Bruder an und wird ihn irgendwann bestimmt beschützen. Die Blumen symbolisieren Weiblichkeit, die Perlenkette ebenso, die aber noch eine weitere Bedeutung hat.

Nachdem Ralph und ich uns für die Tiermotive und Blumen, samt Perlen entschieden hatten, kam von ihm der Vorschlag, die Perlenkette mit einem Amulett zu schließen, was mir sehr gut gefiel, denn in der Sekunde, in der wir die Stelle festlegten hatten, war mir klar, dass dieses Amulett mein Schatz ist, nämlich mein Mann, der meine Familie erst ermöglicht hat und alles zusammenhält. Mein Mann hat es mir ermöglicht eine Mama zu sein und als Seelenverwandter geht er mir nicht nur unter die Haut, nein, er hat dort auch einen Platz für die Ewigkeit gefunden.

Ein Sleeve für den Rest meines Lebens

Schön, aber was, wenn dir dein Tattoo irgendwann nicht mehr gefällt?

Nachdem ihr jetzt doch schon einiges über meine ersten Tattoos, als auch dem aktuellen Projekt gelesen habt, ist euch bestimmt aufgefallen, dass jedes Tattoo für mich eine Bedeutung hat bzw. einen Lebensabschnitt widerspiegelt, der mir wichtig war oder ist und selbst wenn Tattoos nur Körperschmuck sind und nichts tiefgründiges dahinterliegt, können sie ein Leben lang gefallen. Die Frage an sich hat mich zum Nachdenken gebracht und ich finde sie auch wirklich gut, denn ich kann sie für mich sehr einfach beantworten: Dinge nicht zu tun, weil man sie irgendwann bereuen könnte, das ist nicht meine Art, denn dann lebe ich nie richtig mit dem Herzen, sondern lasse mein Leben von meinem Kopf leiten, überlege zu viel, grüble und würde ständig mit Zweifel und Unsicherheit leben. Ein bisschen “No Risk, No Fun” schadet niemanden vom uns…

Vielleicht gibt es dann auch noch mal ein Update, wenn der Sleeve im neuen Jahr fertig ist. Bis dahin genieße ich einmal die Tattoopause, freue mich auf das baldige Weihnachtsfest und ein spannendes neues Jahr mit euch. Okay, jetzt hole ich aber wirklich weit aus – allerdings, ab Freitag wird bei Starlights in the Kitchen die Weihnachtszeit eingeleitet und es erwarten euch viele interessante Beiträge rund um die schönste Zeit im Jahr.

Ich hoffe, ich konnte alle euren offenen Fragen beantworten. Sollte euch noch etwas auf der Zunge brennen und ihr möchtet mir gerne eine Frage stellen, dann traut euch. Ich freue mich über euer Feedback in den Kommentaren oder auch bei Instagram :-).

Alles Liebe und bis bald,

2 Kommentare

  1. Laura
    21. November 2018 / 20:57

    oh Sabrina,

    das sieht einfach wunderschön aus und passt so gut zu Dir. Danke fürs Teilen und jaaaa unbedingt ein Update wenn das Werk fertig ist!
    Alles Liebe

    • Sabrina Sterntal
      Autor
      26. November 2018 / 10:42

      Liebe Laura,
      lieben Dank für dein Feedback! Ich werde bestimmt noch einen kurzen Beitrag schreiben und euch im neuen Jahr das Ergebnis präsentieren :-). Bin ja selbst schon sehr gespannt :-).
      Liebe Grüße,
      Sabrina

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