MOMLIFE | Hormonfreie Verhütung mit digitalem Zyklusrechner – Update nach 4 Monaten

Ich wache morgens auf und greife intuitiv in die oberste Lade meines Nachtkästchens. Völlig automatisiert und ohne groß darüber nachzudenken, schnappe ich mir meinen Zykluscomputer, mit dem ich jetzt schon seit vier Monaten verhüte und messe oral meine Körperkerntemperatur. In unter einer Minute bekomme ich auch schon ein Ergebnis angezeigt und diesen Messwert übertrage ich anschließend ganz ohne großen Aufwand an mein Smartphone. Für mich ist diese Form der Verhütung schon längst zur Alltagsroutine geworden. Ich fühle mich sicher damit, kenne meinen Körper nun viel besser und bin mehr als glücklich damit, natürlich verhüten zu können.

In den letzten Wochen haben mich zahlreiche Nachrichten von Leserinnen erreicht, die gerne wissen möchten, wie ich mit der hormonfreien Verhütung klarkomme und ob ich mit Daysy, meinem Verhütungscomputer, zufrieden bin. Eigentlich wollte ich ja erst nach einem halben Jahr ein erstes Resümee ziehen, kann aber auch heute – im vierten Zyklus – schon einiges zur Handhabung erzählen.

Nachdem ich euch in meinem Beitrag zum Thema hormonfreie Verhütung ja schon ein paar Dinge zum Thema erklärt und Daysy vorgestellt habe, will ich euch heute gerne etwas mehr zum Alltag mit diesem kleinen Wunderding erzählen. Daysy ist kaum größer als mein Smartphone und passt damit sogar in eine kleine Kosmetiktasche. Ich bewahre den Zykluscomputer aber wie – schon erwähnt – in meinem Nachtkästchen auf, von wo ich ihn jeden Morgen gleich nach dem Aufwachen herauskrame, die Schutzkappe abnehme und unterhalb der Zunge meine Körperkerntemperatur messe. Sobald ich Daysy einschalte, zeigt mir diese eine Prognose an. Mit einem weiteren Drücker auf die Taste in der Mitte leuchtet ein blauer Ring auf, der mir das Signal gibt, dass ich nun unterhalb der Zunge meine Temperatur messen kann. Während der Messung bleibe ich mit dem Temperatursensor im Mund im Bett liegen und warte auf das Piepsen, das mir bestätigt, dass Daysy meine Daten ausgewertet hat. Der Messvorgang an sich dauert nur 30 Sekunden. Anschließend verbinde ich den Zyklusrechner über das kleine Kabel mit meinem Smartphone, öffne die App und bekomme auch hier schnurstracks eine Übersicht über alle meine roten, orangen und grünen Tage. An den roten Tagen bin ich fruchtbar und mein Eisprung wird ebenfalls in der App angezeigt. Die orangen Tage sind für mich gleichwertig wie rote Tage, da ich Daysy nicht als NFP verwende, sondern als natürliche Verhütungsmethode. An den grünen Tagen können mein Mann und ich kondomfrei Sex haben. Wenn ich meine Tage habe, dann notiere ich das ebenfalls in der Daysy App, wodurch mein Zyklus von vorne beginnt und Daysy anhand der bereits gewonnen Daten viel genauere Prognosen für die zukünftigen Tage machen kann.

Die Handhabung ist also wirklich sehr einfach (für mehr Infos könnt ihr euch online ein paar Videoanleitungen ansehen), überhaupt nicht aufwändig und wie ich finde sehr sicher. Wir halten uns sehr streng an die roten Tage und verhüten an diesen Tagen wie vorgegeben. Da ich mittlerweile auch ohne Pille einen sehr regelmäßigen Zyklus habe und meinen Körper wahnsinnig gut kenne, fühle ich mich mit dieser hormonfreien Methode gut aufgehoben. Da Daysy auch nicht viel größer ist, als eine Pillenverpackung, finde ich den Zykluscomputer auch nicht sehr sperrig oder zu groß und konnte diesen in der Vergangenheit auch sehr einfach auf Reisen oder in Kurzurlaube mitnehmen, denn um Daysy optimal verwenden zu können, sollte man auch jeden Tag messen. Ganz wie bei der Pille, wo man ja auch im besten Fall jeden Tag eine Hormondosis zu sich nehmen sollte, muss auch Daysy täglich mit Daten gefüttert werden, um eine genaue Prognose abgeben zu können.

Daysy übernimmt die Rechenarbeit und notiert für mich digital, was ich sonst wahrscheinlich etwas mühsam jeden Tag von Hand in ein Notizheft schreiben müsste, wenn ich auf die altbewährte Temperaturmessung mittels digitalem Fieberthermometer zurückgreifen würde.

Das Verhüten mit digitalem Fieberthermometer, der genau auf zwei Kommastellen misst, wäre bestimmt günstiger, denn die ganze Technik hat einen stolzen Preis. Der Zykluscomputer kostet um die 290€, wobei die eingesetzte Batterie mindestens 2 Jahre halten soll. Auf den ersten Blick klingt das nach einer ganzen Menge Geld. Wenn ich aber vergleiche, wie viel Geld ich für meine Pille in zwei Jahren ausgegeben hätte, komme ich in etwa auf die gleiche Summe, spare mir aber die zusätzliche Hormonbelastung.

Ich werde, obwohl Alexander gerade einmal ein Jahr alt ist und sein großer Bruder nur zwei Jahre älter ist, sehr oft gefragt, ob wir denn noch ein weiteres Kind wollen. Mein Mann und ich sind glücklich über zwei gesunde Kinder und freuen uns, dass wir zwei komplikationsfreie Schwangerschaften und Geburten erleben durften, sodass wir keine weiteren Kinder mehr geplant haben. Dass bei einer natürlichen Verhütung aber immer mal etwas schiefgehen kann, ist uns klar und es wäre auf keinen Fall ein Weltuntergang, wenn unsere Familie doch noch um ein Kind wächst. Ich denke aber, mit einer sehr gewissenhaften und disziplinierten Anwendung, ist Daysy ein sehr sicheres Verhütungsmittel (lt. Webseite liegt dieser Wert bei 99,3%) und sollte bei genauer Anwendung auch dabei helfen, hormonfrei verhüten zu können. Wer die Familienplanung aber völlig abgeschlossen hat und auf keinen Fall mehr ein Kind bekommen möchte – also unter gar keinen Umständen – der sollte sich lieber mit dem entsprechenden Facharzt zusammensetzen und eine langfristige Lösung finden.

Rückblickend hat sich für mich also das bestätigt, was ich mir durch eine hormonfreie Verhütung erhofft habe, nämlich keine Hormone einnehmen zu müssen und trotzdem zu gewissen Zeiten im Zyklus Sex ohne Kondome haben zu können. Für mich ist diese Form der Verhütung gerade die einzige, die aktuell in Frage kommt, bis wir eine Langzeitlösung in Form einer Sterilisation oder Vasektomie umsetzen. Ich gehe derzeit sehr gut mit den Anzeichen meines Körpers um und kann diese Verhütungsmethode jeder Frau ans Herz legen, die ebenfalls auf Hormone verzichten will, sich aber trotzdem auf ein Hilfsmittel verlassen möchte.

Ich hoffe, ich konnte euch alle offenen Fragen zu Daysy und meiner hormonfreien Verhütung beantworten. Sollte es dennoch etwas geben, das ihr gerne wissen möchtet, dann könnt ihr mir gerne in den Kommentaren eure Fragen stellen. Ich würde mich freuen.

Alles Liebe,

 

 

1 Kommentar

  1. 2. August 2017 / 13:20

    Hallo Sabrina,
    {misst – jetzt muss ich alles nochmal schreiben, weils einen Error gab… aah und nun erkannt warum es einen error gab *lach*}
    Danke für deinen Bericht – find ich wirklich sehr interessant. Habe mich auch bereits vor einem Jahr dazu entschieden keine Pille mehr zu nehmen, aber eine gute Alternative habe ich noch nicht entdeckt. Warum ich von dem Temperaturmessen bisher noch abgeneigt war: Ich hatte mal gelesen um wirklich sicher gehen zu können muss man die temperatur immer zur gleichen Uhrzeit messen. Da ich unter der Woche immer auf kurz nach 5 aufstehe und das am Wochenende doch so wirklich gar nicht will, wusst ich nicht in wie fern das dann Porbleme macht. Hast du hier eine Erfahrung?

    Lieber Grüße Franzi

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