MOMLIFE | Zwei Jahre Zweifach-Mama: Ein Brief an meinen Zweitgeborenen

Zwei Jahre ist es her, dass Alexander in unser Leben gepurzelt ist und einem Herzschlag gleich, hat sich meine Mutterliebe, die ich empfinde, verdoppelt. Ich weiß noch genau, wie überraschend und schnell alles bei der zweiten Geburt ging. War ich beim ersten Mal noch ein bisschen nervös und unsicher, weil ich nicht wusste, was auf mich zukommen würde, so hatte ich beim zweiten Mal nicht nur einen sehr erfahrenen Papa und Ehemann an meiner Seite, sondern war selbst viel gefasster, ruhiger und zuversichtlicher. Dennoch, irgendwie verlief alles anders. Innerhalb weniger Minuten, ab dem Go der Hebamme, dass die Presswehen nun starten würden, war Alexander geboren. Und mit ihm, war auch ich neugeboren, denn aus einer Mama, wurde eine Zweifachmama. Mama von Brüdern, zwei Söhnen…

Zwei Jahre Alexander, ein Brief an meinen Sohn

Wie kann es sein, dass du kleiner Mann vor zwei Jahren noch in meinem Bauch warst und jetzt schon so ein großer Junge bist. Ich weiß noch genau, wie sehr ich mich auf dich, lieber Alexander gefreut habe. Wie dein Papa und ich es kaum erwarten konnten, dass du uns erneut zu Eltern machst und unseren Max, zu einem großen Bruder. Gleichzeitig hatte ich solche Angst. Angst vor der Aufgabe einer Zweifachmama. Angst davor, dass ich es nicht hinbekomme, mit zwei kleinen Kindern. Ich hatte Angst davor, meinen Max zu vernachlässigen. Wie sollte es nur sein, wenn ich mich zweiteilen müsste und du als Baby in unsere Familie hineinwachsen würdest. Konnte ich genauso viel Liebe für dich empfinden, wie für mein erstgeborenes Kind. Ja. Ja. Zu allem ja. Die Liebe, war sofort da, gleich als ich dich sah, in meinen zittrigen Armen hielt, deine nackte Haut an meine gepresst…ein kleines Bündel Mensch, dass es von nun an zu beschützen galt. 

Am Tag deiner Geburt regnet es draußen, der Morgen brach an, die Luft war wieder kühl und frisch, nachdem es am Vorabend stickig heiß war und meine Wehen kurz vor Mitternacht los gingen. Nur wenige Stunden später, nachdem du zur Welt gekommen warst, direkt am errechneten Geburtstermin, konnte ich nicht nur dich, sondern auch deinen Bruder in die Arme schließen und mein Herz das explodierte beinahe in tausend Stücke, als ihr beide bei mir wart. Obwohl ich auch richtig viel Angst hatte, denn ich wusste nicht, wie die erste Begegnung zwischen euch verlaufen würde, wollte ich von der ersten Sekunde an tapfer und mutig sein. Für dich. Ich spürte plötzlich, dass ich von nun an, für zwei kleine Menschen verantwortlich bin. Wenn sich die Liebe verdoppelt, dann auch die Sorgen, die Anstrengungen…und der Spaß, die schönen und überraschenden Momente, das Glück, die Freude, die Dankbarkeit.

Dankbar war ich von der ersten Sekunde an, vor allem, als wir am selben Tag noch nach Haus gehen konnten. 12 Stunden nach deiner Geburt, waren wir zu viert als Familie vereint. Ich würde lügen, würde ich behaupten es war einfach, oh nein, das war es nicht. Nur einen Tag später hatte ich zum ersten Mal ein schlechtes Gewissen deinem Bruder Max gegenüber. Obwohl ich wusste, wie es war, die erste Zeit mit Baby, zu Hause im Wochenbett, so überrumpelten mich die Hormone und die neue Situation mit zwei Kindern. Ich wollte jede kostbare Sekunde mit dir genießen und auskosten, weil ich doch wusste, wie schnell die Zeit vergehen würde.

Hin- und hergerissen zwischen zwei kleinen Söhnen, die beide meine Aufmerksamkeit suchten und brauchten, hatte ich vor allem in den ersten Wochen und Monaten einiges zu tun. Langsam aber doch fanden wir unseren Rhythmus…jeder für sich und nach für nach, spielen wir uns ein. Du warst so ein geduldiges kleines Kerlchen, ruhig besonnen, völlig entspannt und hast mir den Start in mein neues Leben als Zweifach-Mama sehr vereinfacht. Ich weiß gar nicht, wie ich dir dafür jemals danken soll. Dafür dass du mich verändert hast, mir Ruhe und etwas mehr Geduld geschenkt hast. Ja, wir fanden tatsächlich unseren Rhythmus: Als Familie und unter der Woche, wenn der Papa arbeiten war, als Dreier-Team. Heute ist es für mich völlig undenkbar, nicht mehr zwei Söhne zu haben. Ihr beide gehört zu mir, macht mich aus, seid mein Leben. Und das schönste Geschenk, was mein Mann und ich uns und euch beiden machen konnten, war, dass ihr Geschwister seid und vom Tage deiner Geburt an, nicht mehr alleine durchs Leben geht, sondern gemeinsam in Bruderschaft verbunden, die sich in den kommenden Jahren immer wieder neu entwickeln wird.

Meistens, da läufst du, als Zweitgeborener mit. Das merkt man schon daran, dass du dich alleine spielst und dir viele Dinge von deinem großen Bruder abschaust. Sowohl gute Eigenschaften, als auch schlechte, denn der Schabernack, der sitzt dir gehörig im Nacken. Du bist aber vor allem ein eigenständiger kleiner Mensch, der stets lacht, jubelt, mit einer Selbstverständlichkeit und einem Selbstvertrauen durchs Leben geht, das ich selten gesehen habe und arg bewundere. Du testest täglich, schelmisch grinsend, deine Grenzen aus und zwar so richtig, was mich manchmal wahnsinnig macht…aber oftmals einfach nur zum Lachen bringt. Du hast mir so viel gezeigt und mich so viel gelehrt, denn mit deiner Geburt, habe ich mich auch als Mama noch einmal verändert.

Heute, an deinem Ehrentag, da will ich dir sagen, wie dankbar ich dir bin und werde dich den ganzen Tag lang noch mehr als sonst an mich drücken, festhalten, mit Küssen überschütten und dir hundertmal sagen, dass ich dich liebe. Genauso wie deinen großen Bruder. Für immer, solange ich lebe.

 

 

2 Kommentare

  1. Steffi
    4. Juli 2018 / 13:13

    😪oh so schön! 😍 da muss man sich fast ein kleines Tränchen verdrücken. ❤️

    • Sabrina Sterntal
      Autor
      5. Juli 2018 / 9:15

      oh danke liebe Steffi, das ist ja süß von dir!

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