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KOLUMNE | „Mama sein“ – (m) ein Leben mit zwei Kindern (22) 10 Dinge, die mich als Mama von meinem kinderlosen Ich unterscheiden

Wenn ich meinen bald vierjährigen Sohn Max ansehe und sein kleiner Bruder Alexander, der im Sommer auch schon zwei Jahre alt wird, hinter ihm her tapst, dann kann ich es oft immer noch nicht so recht glauben, dass diese beiden Buben, meine Kinder sind. Vor gut vier Jahren hat sich mein Leben schlagartig verändert und jedes Jahr aufs Neue werde ich im April sehr emotional und denke an die Anfänge, also meine erste Schwangerschaft und das darauffolgende Wochenbett zurück. Ich versuche mich manchmal daran zu erinnern, wie das Leben ohne Kinder war und muss über meine persönliche Veränderung schmunzeln, denn es hat sich schon so einiges getan. Mein kinderloses Ich ist zum Beispiel mit Spontanität ganz anders umgegangen als mein heutiges Mama-Ich. Aber es gibt noch viele weitere Charaktereigenschaften, die ich als Mama dazugewonnen habe und Fähigkeiten die ich erlernt habe. Welche Dinge, das sind, verrate ich euch heute in meinen Top 10 und einer lustigen neuen Kolumne.

Wie mich das Mamasein verändert hat – meine Top 10

1. Ein neuer Geruchssinn: Wenn man vier Jahre lang quasi tagtäglich vom Windelgeruch umgeben ist, fällt einem kaum noch auf, dass es nach “Gacki” stinkt. Mir ist das erst neulich so richtig bewusst geworden, als meine beste Freundin zu Besuch war und ich Alexander gewickelt habe. Plötzlich drehte sie sich um, rümpfte aufgrund des strengen Geruchs die Nase und schaute ganz irritiert, ehe sie mich beim Wickeln sah. Ganz ehrlich, vor fünf Jahren hätte ich den Geruch einer bis oben hin gefüllten Windel wohl auch extrem ekelhaft gefunden, heute stört es mich kaum noch, schließlich wickel ich schon seit bald 4 Jahren täglich eines meiner Kinder.

2. Reflexe wie eine Katze: Ein umfallendes Wasserglas, halte ich mittlerweile im Schlaf auf, ebenso wie meine Kinder, wenn sie auf die Esszimmerstühle kraxeln und schwanken oder beim herum tapsen stolpern. Als Mama hat man unglaublich geschärfte Reflexe und so konnten wir schon manche tollpatschigen Unfälle im Alltag durch ein schnelles Einschreiten meinerseits verhindern. Wieso nur bin ich aber selbst immer noch so potschat? Auf mich, trifft der Reflex leider nicht zu, denn ich zerstöre immer noch 1x wöchentlich ein Glas oder einen Teller und habe ständig blaue Flecken. Aber hey, immerhin wird der Nachwuchs beschützt und der hat immer Vorrang.

3. Mama ist ein Känguru: Während eine meiner besten Freundinnen gerade ihren bezaubernden Sohn im Tragetuch durchs Leben trägt und gerade dabei ist, ihren Bi- und Trizeps ausreichend zu trainieren, schleppe ich zwischendurch immer noch 19kg und 13kg durch’s Leben. Während man kinderlos noch meint, man müsse Babys nur bis zu einem Jahr tragen, so weiß man als Mama von zwei kleinen Söhnen schon, dass sich das Herumschleppen so schnell nicht ändert. Dafür hab ich aber auch super definierte und muskulöse Arme und erspare mir das Trainieren im Fitnessstudio zumindest an dieser Stelle meines Körpers.

4. Multitasking auf einem neuen Level: Trotz berufsbegleitendem Studium und Hochzeitsplanung habe ich in meinem Leben noch nie so viel Stress bewältigt wie jetzt. Als Mama mit zwei kleinen Kindern, Selbstständigkeit, Haushalt und Co. muss man einfach wahnsinnig multitaskingfähig sein, egal wann und egal wo. Da quasselt einem der große von Früh bis Spät ständig ins Ohr, während man versucht am Laptop seine Arbeit zu erledigen, den kleinen Bruder am Schoss hat, nebenbei Kaffee trinkt und im Kopf noch mal die Einkaufsliste für später runter rattert. Übrigens, passiert genau das just in diesem Augenblick, in dem ich diese Zeilen schreibe…

5. Die Fähigkeit mit nur einer Hand alles erledigen zu können: Essen, schminken, kochen, Wäsche sortieren, staubsaugen und noch viele weitere Dinge klappen hervorragend mit nur einer Hand und das merkt man als frisch gebackene Mama recht schnell. Ich traue mich behaupten, dass jede Mama in den ersten zwei Wochen mit dem Baby im Arm eine der eben genannten Dinge gemacht hat und das völlig problemlos. Schon komisch, was wir in der Lage sind zu leisten, oder? Und trotzdem, manchmal wünscht man sich mehr als zwei Arme gleichzeitig.

6. Keine ruhige Minute am Klo: Ich muss heute noch über eine Autofahrt und den Kommentar einer meiner besten Freundinnen schmunzeln, die auf meine Aussage, dass ich schon ewig nicht mehr alleine am Klo war und ständig mein Baby vor meinen Füßen sitzt, weil ich ohne ihn kaum auf die Toilette gehen kann, total geschockt war und lautstark behauptet, dass sie sich das gar nicht vorstellen könnte und dass dies doch auch ohne Kind möglich sein müsste. Ja kinderlos hält man es kaum für möglich, wie rar die Momente sind, die man völlig mit sich alleine auf dem Klo verbringen darf, sobald man Mama ist. Und doch, ich muss immer wieder betonen, dass ich mir keine bessere und lustigere Gesellschaft vorstellen könnte. Abgesehen von den durchzechten Partynächten, die wir Mädels irgendwie immer gemeinsam am Klo verbracht haben 😉 … ja, das waren noch andere Zeiten.

7. Coole Miene zum Trotzanfall: Naiv und unwissend stand ich früher in Supermärkten an der Kassa und war schlichtweg schockiert, als ich beobachtet, wie eine Mutter ihr vom Teufel besessenes Kind nicht maßregelte und völlig tiefenentspannt zusah, wie das Kind sämtliche Lebensmittel aus dem Einkaufswagen pfefferte. Ich verstand nicht, wie diese Frau vor mir nur so cool bleiben konnte, wo ihr Nachwuchs doch gerade komplett ausrastete. In meinem Kopf fasste ich den Entschluss, dass mir sowas niemals passieren würde. Niemals! Nein, das geht doch nicht…vier Jahre später, sehe ich diese Dinge schon ganz anders, wenngleich ich immer noch der Meinung bin, dass ich meine Kinder in solchen Situationen in den Griff bekommen sollte und dies in der Regel auch tue, in dem ich sie schnappe, mich zur Seite stelle und ein ernstes Wort mit ihnen rede…aber ganz ehrlich, ab und an gibt es da diese Momente, da hab ich einfach keinen Bock. Ja, jetzt ist es raus. Ich habe keine Kraft und keine Lust dazu, jeden Tag dieselben Worte über meine Lippen sprudeln zu lassen und da kommt es tatsächlich auch mal vor, dass ich komplett cool, neben meinen Kindern stehe, sie einfach machen lasse und beim Blick zur geschockten kinderlosen Frau, die hinter mir steht und kaum fassen kann, was sie da sieht, innerlich lachen muss. Oh ja, irgendwann, wird sie es verstehen, denn 90 von 100 Trotzanfällen wendet man ab, aber auf 10 davon hat man einfach keinen Bock mehr ;-).

8. Spontanität ist mein zweiter Vorname, sagt Misses Durchorganisiert: Früher musste für mich alles nach Plan laufen. Ich hatte ungelogen mindestens zwei Wochen in meinem Terminkalender bereits vorab durchorganisiert und schlichtweg keine freien Zeitfenster mehr. Heute, weiß ich oft nicht mal, was ich in drei Tagen mache und es lebt sich so als Mama viel einfacher. Spontan könnten die Kinder krank werden oder die Großeltern, die aufpassen. Das Wetter verschlechtert sich rapide, die Zwerge sind in einer Trotzphase oder haben keine Lust auf eine Unternehmung, weil sie einen eigenen kleinen Sturschädel entwickeln oder als Eltern geht uns schlichtweg auch mal die Puste aus und wir sind froh, über ein Wochenende, das wir zu Hause verbringen können. Ich traue mich also behaupten, dass ich als Mama viel flexibler geworden bin und echt gut mit spontanen Planänderungen umgehen kann. Und das ist für mich mitunter eine der größten persönlichen Veränderungen.

9. Mehr Gelassenheit beim Putzen, aber Ordnung muss trotzdem sein: Ich kann ja gar nicht oft genug betonen, wie schlimm ich früher war, wenn es um das Thema Putzen und Sauberkeit ging. Kinderlos war ich wirklich besessen von einem blitzeblank sauberen Haushalt und habe meinem Mann damals sogar unter den Füßen die Brösel beim Essen weg gekehrt. Bree Van De Camp hätte mein zweiter Name sein können, denn mit der Desperate Housewife teilte ich nicht nur meine Haarfarbe, sondern auch den Putzwahn. Das hat für so einige Streitigkeiten zwischen meinem Mann und mir gesorgt. Heute ist das anders. Ich habe es immer noch gerne sauber und vor allem ordentlich, aber ich bin nicht mehr so krankhaft davon besessen, ständig zu putzen, weil es einfach nicht geht. Mit zwei kleinen Kindern, die ständig Dreck produzieren, ihre Hochstühle am Esstisch und den gesamten Boden darunter mit Essen vollschmieren, würde ich aber auch nicht mehr hinterherkommen. Obendrauf habe ich aber auch erkannt, dass es Wichtigeres gibt, als ein steril gesäubertes Haus, nämlich Zeit für seine Kinder! (mehr zum Thema Hausputz und Organisation könnt ihr hier nachlesen).

10. Ich habe mich gefunden: Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber jetzt, mit bald 33 Jahren, als Ehefrau und Zweifachmama, habe ich mich gefunden. Ich bin mit mir zufrieden, ich mag mich, ich mag das Leben, das ich lebe, bin Veränderungen dabei aber nicht abgeneigt. Natürlich muss ich noch an mir arbeiten, habe immer wieder Probleme mit meinem Selbstbewusstsein mit meiner Selbstakzeptanz, aber dennoch, fühle ich mich so wohl in mir und mit mir, wie noch nie zuvor. Und dafür bin ich meinen Kindern unendlich dankbar.

Ihr seht, rückblickend hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Die Aufgabe einer Mama hat mich als Frau und Person komplett verändert und mir völlig neue Seiten aufgezeigt. In gewissen Alltagssituationen reagiere ich nun komplett anders, nicht schlechter, nicht besser, einfach von der Mutterrolle geprägt. Ich bin gespannt, welche Herausforderungen und Überraschungen ich in meiner Mutterrolle noch gegenüberstehe und weiß schon jetzt, dass ich keinen einzigen Tag davon missen möchte.

Wie ist das bei euch? Welche Dinge haben sich verändert und welche Fähigkeiten habt ihr hinzubekommen?

Alles Liebe,

 

 

P.S. Wer gerne noch mehr Kolumnen lesen möchte, findet hier eine Übersicht.

4 Kommentare

  1. 4. April 2018 / 13:14

    Hallo Sabrina,
    auch ich werde heuer 33 Jahre und meine Tochter wird heuer schon 13 Jahre. Als Mutter entdeckt man so einige Fähigkeiten, die man vorher noch nicht kannte. Man wird zum Allround-Talent. 🙂 Wäsche waschen, kochen, eine gerissene Hose nähen und nebenbei noch Staubsaugen….Hihi….

    Toller Bericht, liebe Grüße
    Claudia

    • Sabrina Sterntal
      Autor
      5. April 2018 / 8:04

      Hehe liebe Claudia,
      oh ja, das kann ich mir gut vorstellen. In 11 Jahren lernt man dann ja noch mal einiges Neues dazu :-).
      Danke für dein liebes Feedback und die allerherzlichsten Grüße,
      Sabrina

  2. Stefanie
    5. April 2018 / 11:06

    Hallo Sabrina,

    ich liebe deine Kolumnen einfach!

    Du sprichst mir aus der Seele und es tut so gut zu hören (äh lesen 😊), dass man mit seinen Sorgen und Problemchen nicht alleine ist und es anderen genau so geht.

    Besonders bei der Stelle mit dem Einkauf im Supermarkt musste ich laut lachen!!!
    Ohhhh jaaaa, ich muss gestehen… ich war früher auch eine von genau diesen Frauen.
    Jetzt sehe ich die Sache anders und muss mich insgeheim bei allen Mamas rückwirkend entschuldigen, bei denen ich mir genau das gedacht habe. Das werden meine Kinder NIE machen 😂 jaja haha

    Liebe Sabrina, großes Lob an dich. Du hast es wieder einmal geschafft mich mit deiner Kolumne zu begeistern und mir ein (oder mehrere 😊) Lächeln aufs Gesicht zu zaubern!

    Ich freu mich schon auf die nächsten Zeilen

    Viele Grüße
    Steffi (vanillacupcake84)

    • Sabrina Sterntal
      Autor
      6. April 2018 / 21:38

      Ach liebe Steffi,
      vielen Dank für deinen langen Kommentar und dein tolles Lob. Freut mich, wenn ich dich zum Schmunzeln bringen konnte und ja, ich denke insgeheim, weiß man erst immer, wenn man eine Mama ist, wieso man als Elternteil in solchen EInkaufssituationen manchmal nicht ausrasten kann…weil kein Bock 😀 haha. Ich hoffe, du findest hier immer wieder ein paar inspirierende und schöne Texte auf dem Blog. Schön, dass du vorbei schaust.
      Herzliche Grüße, Sabrina

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