MOMLIFE & TRAVEL | Mädelstrip nach Rom: Mein Urlaub ohne Familie, mit riesen Vorfreude und leichter Panik

Wahnsinn, in 5 Tagen ist es soweit. Ich steige tatsächlich nach knapp vier Jahren wieder in ein Flugzeug, aber dieses Mal ganz ohne meinen Mann und auch ohne meine Kinder. Wie verrückt ist das denn? Während ich meine Vorfreude kaum im Zaum halten kann und versuche, weder meine bessere Hälfte, noch meine beiden Buben mit allerlei Plänen für Rom und Packstress zu nerven, überkommt mich zwischendurch schubweise ganz leicht die Panik, denn ich fliege tatsächlich ohne Familie weg, ins Ausland, nach Italien! Also nochmal auf Anfang: Wie verrückt ist das denn eigentlich?

Ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und traue mich behaupten, dass sich jede Mama mal gerne in den Urlaub wünscht, alleine, also ohne Familie. Die einen wünschen sich das mehrmals täglich, andere vielleicht nur wöchentlich. Dieser Drang nach ganz kurzer Freiheit, das Bedürfnis, mal wieder nur für sich zu sein (zum Beispiel am Klo, beim Frühstück oder Mittagessen, im Bett) ist doch auch völlig normal und hat nichts damit zu tun, dass Mamas ihre Kinder nicht lieben. Die eine Sache hat mit der anderen ja gar nichts zu tun. Dennoch ertappe ich mich selbst dabei, wie ich mich immer wieder rechtfertige und diverse Sätze mit den Worten „Ich liebe meine Kinder, aber ich hätte gerne wieder eine Auszeit…“ beginne. Warum sagen wir Mamas das so? Niemand würde unsere bedingungslose Liebe zum Nachwuchs anzweifeln, nur weil wir mal ganz kurz ein bisschen Zeit für uns brauchen, aber trotzdem tappen wir regelmäßig in diese kleine Falle.

Also ich gebe jetzt offen und ehrlich zu, dass ich mir öfters mal eine Auszeit wünsche. Ein kleiner Kinobesuch mit Freundinnen, ein Nachmittagskaffee in Ruhe auf der Terrasse, ein Date mit meinem Mann oder eben ein Kurzurlaub mit einer lieben Freundin. Letzteres kam dann spontaner als gedacht, denn eigentlich wäre ich ja lieber mit meinem Partner verreist, aber ein Baby und einen Dreijährigen möchten wir unseren Eltern dann doch nicht für zweieinhalbtage aufschwatzen. Und irgendwie ergab sich dann plötzlich die Idee, doch mit Martina, einer reisefreudigen Freundin und ehemaligen Arbeitskollegin, nach Rom zu fliegen. Einfach so, für zwei Nächte, übers Wochenende. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie nervös ich war, als ich dann tatsächlich den Flug und das Hotel gebucht hatte, denn plötzlich wurde aus dieser Idee, die doch gerade noch so weit weg war und mir sehr unrealistisch vorkam, ein Mädelstrip nach bella Italia. Ach du meine Güte, ein Urlaub ohne Familie, ein Urlaub für mich, ohne zwei Tage lang Mama sein zu müssen. Eine Auszeit. Halleluja.

Trotzdem schnürt es mir jedes Mal – gleich nachdem die Euphorie einsetzt – ganz plötzlich die Kehle zu, denn ich werde wirklich 2 1/2 Tage ohne meine Kinder sein. Keine Mama, kein Maxi und kein Mini. Na bumm. Wie es den beiden wohl gehen wird? Ob sie mich vermissen? Was ist, wenn mir etwas passiert? Wenn das Flugzeug abstürzt? Dann haben meine beiden Kinder keine Mama mehr. Ich würde nie wieder zurückkommen. Die Panik kriecht empor und lässt mich für eine ganz kurze Zeit mit einem beklemmenden Gefühl zurück. So etwas hatte ich in meinem bisherigen Leben noch nie gefühlt. Diese Sorge um die eigene Familie. Teils egoistisch, teils wiederum nicht. Ohne Kinder wäre ich in den letzten Jahren bestimmt viel mit meinem Mann herumgereist und hätte mir so schnell keine Gedanken um meinen eigenen Tod gemacht. Mit zwei kleinen Buben ist das aber irgendwie anders. Bei Gott, ich gehe natürlich nicht davon aus, dass mir etwas passieren wird, schließlich könnte das Schicksal auch bei einer Autofahrt zum nächsten Supermarkt zuschlagen, aber vor so einer großen Reise – ohne Familie – da beschleichen mich dann doch ganz düstere Gedanken. Irgendwie dumm, oder?

Ich versuche mich dann immer ganz schnell von diesen wirren Überlegungen abzulenken. Meine beiden Söhne werden eine richtig schöne Zeit mit ihrem Papa haben, denn mein Mann, der hat’s echt drauf und ich mache mir wirklich nicht die geringsten Sorgen, dass er das Ding nicht schaukeln wird. Mein Mann ist ein echter Superpapa, stets für Späße und Spiele zu haben, aber dennoch ausreichend streng, fürsorglich und mit vollem Tatendrang dabei. Da werden Fläschchen gemacht, es wird gekocht, der Geschirrspüler ausgeräumt und Windeln gewechselt. Und wenn dann doch mal alle Stricke reißen sollten, dann weiß ich, dass meine Schwiegermama auf Abruf bereit ist und ihrem Sohn aushilft. Also um die Daheimgebliebenen muss ich mir ja eigentlich wirklich keine Sorgen machen.

Turnbeutel: odernichtoderdoch*

Viel mehr aber um mein Gepäck, denn wie soll ich bitteschön meine Sachen in so einen kleinen Mini-Handgepäcks-Trolli packen? Das geht da ja alles gar nicht rein. Obwohl…Windeln und Feuchttücher fallen dieses Mal ja weg. Notfall-Fruchtschnitten auch. Die Spielzeugautos, die immer in meiner Tasche rumkullern, kann ich ebenfalls daheim lassen und siehe da, da ist ja plötzlich doch Platz. Wenn ich bedenke, was ich sonst immer auf unsere Familienurlaube mitnehme, dann ist der Koffer für Rom ja ein echtes Leichtgewicht und plötzlich dämmert mir eine Tatsache, die mir bisher noch gar nicht bewusst war: In Rom muss ich nur auf mich schauen. Ich muss es keinem trotzigen Kleinkind recht machen und auch kein Baby tragen. Ich brauche niemanden wickeln, auf keine Mittagsschläfchen achten, muss niemandem den Mund abwischen oder zur Toilette begleiten.

Notfalltasche und Bleistift: odernichtoderdoch*

Und da wird mir bewusst, dass ich diese zweieinhalb Tage genießen muss und dass mir so eine Auszeit gut tun wird. Denn in dieser Zeit lernt man sich selbst wieder mehr schätzen, aber auch die eigene Familie und ich kann euch jetzt schon sagen…wenn ich wieder nach Hause komme, dann drücke ich meine Lieben so fest an mich, dass ihnen die Luft zum Atmen wegbleiben und mir bestimmt die eine oder andere Träne über die Wagen laufen wird. Bevor es aber soweit ist, freue ich mich auf meinen Mädelstrip, den ich mir am Freitag mit frisch gebackenen 32 Lebensjahren gönne.

Ciao, Arrividerci und bis bald,

 

 

 

Jetzt würde mich aber noch interessieren: Habt ihr schon einmal einen Kurzurlaub mit Freundinnen gemacht? So einen kleinen Mädelstrip inkl. Pause vom Mamasein? Oder habt ihr schon eine Reise geplant? Beschleichen euch dann auch manchmal solche Gedanken oder seht ihr das alles eher locker?

 

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