KOLUMNE | „Mama sein“ – (m) ein Leben mit zwei Kindern (17) Mama Fails

Mamas sind auch nur Menschen und alles andere als perfekt. Es gibt Tage, da sind meine Kinder bestimmt ganz zufrieden mit mir und meinen Erziehungsmaßnahmen und an anderen Tagen bin ich das Feindbild Nr. 1. Oh ja, da wird zu viel verboten, zu viel geschrien und Geduld ist leider ein absolutes Fremdwort. Dennoch mache ich diesen Job sehr gerne und liebe es, Mama zu sein. Dabei versuche ich natürlich immer das Beste aus mir rauszuholen, um die beste Mama für meine Kinder zu sein.

Ganz untypisch stelle ich euch heute aber nicht meine besten Momente, sondern die schlechtesten vor. In den vergangenen drei Jahren konnte ich so manche Fail-Momente sammeln und muss heute über einige lachen bzw. den Kopf schütteln. Weil es aber auch wichtig ist zu reflektieren und aus Fehlschlägen zu lernen, möchte ich allen voran für mich und natürlich auch als Unterhaltung für euch meine zehn größten Mama Fails teilen. Ich weiß ja, wie das so ist als Mama…da freut man sich insgeheim auch mal darüber, wenn es bei anderen nicht so gut klappt, denn dann fühlt man sich nicht so alleingelassen. Wenn ihr euch in einem meiner Fail-Momente wiedererkennt, dann freue ich mich über euer Feedback. Bitte lasst mich nicht allein ;-).

Mama Fails – 10 Momente, in denen bei Mama so gar nichts nach Plan lief

1.  Spielzeug zusammenbauen: Höchst motiviert habe ich erst neulich die Aqua Play Wasserbahn für meine beiden Söhne zusammengebaut, nur um schon nach kürzester Zeit die Geduld zu verlieren, weil das Ding nicht so wollte wie ich. Als Mama kann man es sich ja nicht leisten zu fluchen und ich muss auch ehrlich zugeben, seit Maximilian ein Jahr alt ist, passe ich wahnsinnig auf, was mir so über die Lippen kommt und habe einen richtig schönen Sprachgebrauch. Früher habe ich geflucht wie ein Rohrspatz und ja…in solchen Momenten wünschte ich mir diese Zeiten wieder zurück. Bevor mir also ein stinkiges Schei%$e über die Lippen rutschen konnte, warf ich schnaubend ein Plastikteil der Bahn gegen die Wand (in ausreichend Abstand zu meinen Kindern versteht sich). Wenn dir dann dein Dreijähriger mit ernster Miene und strenger Stimme sagt, „Aber Mama, nein, du darfst solche Sachen nicht einfach rumwerfen. Die werden doch sonst kaputt!“, dann bist du erstmal sprachlos und anschließend etwas peinlich berührt, denn wo er recht hat…

2. Wenn ein Haarschnitt beim Friseur endet: Fast drei Jahre lang habe ich meinem ältesten Sohn den Friseurbesuch erspart, indem ich ihm selbst die Haare geschnitten habe. Erfolgreich und echt schick. Bereits mit dreizehn Monaten kam Max, der seit Geburt an eine wahnsinnig füllige Haarpracht hatte, unter die Schere und was anfangs mit Tränen begann, wurde im Laufe der Monate immer besser. Naja, fast, denn ich weiß noch, wie ich Max letztes Jahr im Sommer die Haare geschnitten habe, das Handtuch von den Schultern rutschte und ich ihn anschließend, weil großes Geschrei ob der juckenden Mini-Härchen im Nacken und am Rücken, mit dem Gartenschlauch abspritzen musste, was logischerweise in noch mehr Geschrei mündete und ich in diesem Moment wohl die größte Rabenmutter der Welt war. Dieses Ereignis konnte ich aber – wie gesagt – vor ein paar Monaten toppen, als ich Max komplett die Haare verschnitten habe. Ich denke, so kurze Stirnfransen werden nie in Mode sein und als sein Kopf von fehlerhaften Haarschnittkanten übersäht war, da blieb mir nur noch ein Friseurbesuch übrig und das Versprechen, nie wieder einem meiner Kinder die Haare zu schneiden.

3. Falscher Name, richtiges Kind: Damals habe ich gelacht, wenn Mamas ihr eigenen Kinder verwechselten. Das fand ich irgendwie komisch, denn man wird ja wohl seine Kinder unterscheiden können, erst recht wenn die Namen sich durch Aussprache, Länge und Buchstabenzusammensetzungen unterscheiden. Dann wurde mein jüngster Sohn Alexander geboren und seither passiert es mir ungelogen einmal am Tag, dass ich meine Kinder namentlich verwechsle. Ich denke daran, dass ich Max etwas geben will und rufe „Alex!“ und umgekehrt. Deshalb sage ich jetzt ab und zu einfach nur noch Schatzi und warte ab, wer als erstes reagiert. Meistens aber auch der Ehemann 😉

4. Shampoo: Der Feind auf’m Kopf: So schnell kann man gar nicht schauen, ist Max beim Duschen auf mich böse, denn Haarewaschen mag er so gar nicht, weil ihm da meist das Wasser über die Augen läuft oder – noch schlimmer – das Shampoo. Ich gebe wirklich immer mein Bestes und achte darauf, dass ich ihm alle Shampooreste vorsichtig nach hinten wegspüle, damit ihm ja nichts über die Stirn läuft. Wenn es aber dann doch einmal passiert, ist der Ärger quasi vorprogrammiert: „Mama, kannst du bitte aufpassen?“ Ja, mein Kind, beim nächsten Mal passiert es mir nicht mehr, versprochen!

5. Mama, autsch, der Hase hat mich gebissen: Oweh, da steht man vor seinem Kleinkind und verspricht ihm, dass der große weiße Flauschehase ganz süß ist und gestreichelt werden will, dass nix passieren kann und sich der kleine Wirbelwind ruhig trauen darf…zack, da ist es auch schon passiert und der Hase hat den Zeigefinger mit einer Karotte verwechselt. Ich weiß noch genau, wie Max mich mit großen Augen angestarrt hatte, die sich rasch mit Tränen füllten, ehe ein gellender Schrei durch die Nachbarschaft heulte…Ach Mama, wie konntest du nur…

6. Versprechen brechen tut man nicht: Als Mama genießt man das uneingeschränkte Vertrauen seiner Kinder und das ist auch gut so. Schließlich verbringe ich jeden Tag mit meinen beiden Lausbuben. Da können einem schon manchmal ein paar Notlügen oder Schwindeleien über die Lippen rutschen wie zB dass sich kein Brokkoli in der Brokkolisuppe befindet, damit das Kind die Suppe ohne Motzen isst, weil sie ihm ja auch schmeckt. Es kommt also schon mal vor, dass ich schwindle bzw. ab und an meine Kinder anlüge, was in solchen Momenten ja eigentlich auch nicht schlimm ist (hoffe ich). Es gibt dann aber ein ganz bestimmtes Thema, da kommt es dann vor, dass ich sogar mein Versprechen breche, was mir im Nachhinein ungemein leid tut, nämlich dann, wenn Maximilian sich zum Mittagsschlaf hinlegt, ich neben ihm Platz nehme, ihm eine Geschichte erzähle oder etwas vorsinge und just in diesem Moment der Paketdienst klopft. Dann muss ich natürlich ganz dringend zur Tür und verspreche Max, dass ich gleich wieder zu ihm komme. Bin ich aber erst einmal im Untergeschoss unseres Hauses angekommen und höre ich keine Rufe von Maxi, dann bringen mich ehrlich gesagt keine zehn Pferde mehr nach oben. Ja, das klingt jetzt ganz schön gemein und nach absolutem Failalarm, aber ehrlich: In der Mittagspause muss ich genügend andere Dinge erledigen und ich bin froh, dass beide Kids endlich schlafen und ich mal durchatmen kann. Da bleibe ich dann lieber klammheimlich auf der Couch und freue mich jedes Mal, dass Max so tief eingeschlafen ist und sich danach gar nicht mehr erinnern kann, ob Mama überhaupt da war oder nicht ;-).

7. Wenn Missverständnisse zu bitteren Tränen führen: Obwohl mein Sohn sich mit bald dreieinhalb Jahren sprachlich sehr gut verständigen kann, passiert es öfters als mir lieb ist, dass wir aneinander vorbeireden und wenn ich ihm dann verspreche, dass er etwas bekommt oder machen darf, von dem ich denke, dass er etwas ganz Anderes meint, als er mir sagt, dann ist ein mittelschwer Super-GAU vorprogrammiert. Und alles nur, weil Mama nicht weiß, was der kleine Lauser eigentlich meint. Statistisch gesehen passiert das meist dann, wenn ich gerade mega im Stress bin oder wir kurz davor sind, das Haus zu verlassen.

8. Wenn das Essen nicht so auf dem Teller landet, wie erwartet: Wem will ich was vormachen? Bestimmt jede Mama kennt die Situation, wenn sich das Kind ein Butterbrot wünscht und man es wie am Vortag fein säuberlich in möglichst kleine Stücke schneidet, sich darüber freut, heute alles richtig gemacht zu haben, das Kind das aber ausgerechnet heute in vier Teilen oder als Ganzes zum Frühstück essen möchte und die bereits klein geschnittenen Stücke nicht akzeptiert werden. Das ist wohl einer jener #mamafails, die absolut unvorhersehbar sind und irgendwie am häufigsten vorkommen, oder was meint ihr?

9. „Mama, was isst du denn da?“ Wenn wir schon vom Essen reden: Manchmal kommt es vor, dass Max nach dem Mittagessen ein Eis am Stiel bekommt, wenn er brav gegessen hat. Manchmal bekommt er aber auch keines und in so einem Fall muss man als Mama sehr standhaft bleiben. So standhaft, dass man sich dann selbst auch keine Nachspeise gönnen darf, auch wenn sie noch so verlockend ist. Da solltet ihr auch tunlichst darauf verzichten, euch für einen Moment in die Küche zurückzuziehen, um ein kleines Stück Kuchen zu verdrücken, sonst hört ihr möglicherweise – so wie ich letztens erst – folgenden Satz aus dem Wohnzimmer: „Mama, was isst du denn da?“. „Gar nifts mein Fchatz, geh fpielen!“

10. Oh Schreck, das Lieblingsspielzeug ist weg: Kennt ihr das? Ständig liegen überall im Wohnraum Spielsahen der Kinder herum. Kaum räumt man in der einen Ecke auf, wird in einer anderen bereits wieder alles verwüstet. Dass man da als Mama kaum hinterherkommen kann, ist irgendwie logisch, dennoch versuche ich immer mein Bestes, dass das Haus zumindest einmal am Tag einigermaßen sauber aussieht. Das ist meistens dann der Fall, wenn mein Mann von der Arbeit nach Hause kommt und als ich dann eines Tages wieder in einer Husch-Pfusch-Aktion sämtliches Spielzeug in die dafür vorgesehenen Laden verstauen wollte, passierte das Unglück: Ich trat auf den Lieblings-Monster Truck von Maximilian, den Grave Digger. Von dem Spielzeugauto blieb nur ein Totalschaden übrig, jedoch brachte ich es nicht übers Herz, ihm mein Missgeschick zu beichten und vertröstete ihn damit, dass er es sicher einfach irgendwo im Haus aus den Augen verloren hatte und es bestimmt bald wiederfinden würde. Ich entschloss mich in der Zwischenzeit, Ersatz anzuschaffen, nur leider war das alles andere als einfach. In sämtlichen Spielzeuggeschäften gab es nur 3-4 verschiedene Modelle des Sortiments, das aus gefühlten 100 verschiedenen Monster Trucks besteht. Eine Woche und etliche Kaufhausbesuche später war es dann aber endlich soweit und der Grave Digger konnte wieder durch das Wohnzimmer preschen. Ich erklärte Max dann noch zum Abschluss, dass er künftig besser auf seine Spielsachen aufpassen und sie nicht immer verschmeißen solle ;P.

Hand aufs Herz, was sind eure #mamafails? Oder kommen euch ein paar meiner Anekdoten bekannt vor?

Alles Liebe,

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4 Kommentare

  1. Verena
    25. Juli 2017 / 21:01

    Liebe Sabrina, witzig geschrieben und so real -genial-kommt mir vieles bekannt vor :))))

    • Sabrina Sterntal
      27. Juli 2017 / 13:37

      Liebe Verena, schön, dass dir mein Beitrag ein Lächeln auf die Lippen gebracht hat. Ich finde es immer wieder beruhigend zu lesen, dass es anderen Mamas genauso geht. Dann ist man weniger allein bzw. braucht man kein schlechtes Gewissen hzu haben, hehe. Liebe Grüße,
      Sabrina

  2. 26. Juli 2017 / 9:44

    Haha! Ja, Nummer 6 kenn ich auch gut. Ach eh alle Punkte. Aber wie gesagt, die Kinder leben noch also haben wir bei all den Fails doch vieles richtig gemacht. 😉😊. Lg Lilly

    • Sabrina Sterntal
      27. Juli 2017 / 13:36

      Jipeee, gut zu wissen, dass man damit nicht alleine ist :-D. Liebste Grüße, Sabrina

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